Archiv für ‘Grundlagen’


veröffentlicht: Juli 26th, 2010

Grundlagen der Übungen des täglichen Lebens

Die Übungen des täglichen Lebens sind ein wichtiger Bestandteil der bekannten Montessori Pädagogik. Sie wurden durch die italienische Pädagogin und Ärztin Maria Montessori entwickelt. Bis heute kommen sie in Kinderhäusern und Schulen zum Einsatz, die nach der Montessori Pädagogik arbeiten. Eine entscheidende Rolle spielen die Übungen des täglichen Lebens bei Kindern im Alter von drei und vier Jahren. Durch sie sollen Jungen und Mädchen selbstständiger werden und beginnen, sich von der Abhängigkeit gegenüber den Erwachsenen zu lösen. Nach der Auffassung von Maria Montessori basieren die Übungen des täglichen Lebens auf verschiedenen Grundlagen, die für Entwicklung eines Kindes entscheidend sind.

Entscheidend ist bei den Übungen die Vorführung durch einen Erwachsenen. Bei diesem kann es sich sowohl um einen Erzieher als auch um ein Elternteil handeln. Durch die Vorführung bekommt ein Kind die Möglichkeit, die Bewegungsabläufe eines Erwachsenen zu studieren. Entscheidend sind stets die Wiederholungen der Übungen. Durch diese gewinnen Kinder das Gefühl von Leichtigkeit und Anmut. Bei den Übungen des täglichen Lebens ist es wichtig, dass sich alle Utensilien, die für die Durchführung der Arbeiten notwendig sind, an einem festen Ort befinden. Hierbei kann es sich zum Beispiel um einen Korb oder eine kleine Kiste handeln, in der alle Werkzeuge platziert werden.

veröffentlicht: Juni 8th, 2010

Sensible Phasen nach Maria Montessori

Durch Individualität und die Betrachtung des Menschen als Teil eines Ganzen konnte sich die Pädagogik von Maria Montessori von bisherigen Erziehungsformen absetzen. Ein wichtiger Bestandteil der bis heute weit verbreiteten Montessori-Pädagogik sind die sensiblen Phasen. Maria Montessori erkannte während ihrer praktischen Arbeit mit Kindern, die bereits im Casa dei Bambini in Rom begann, die sensiblen Phasen bei Jungen und Mädchen. Diese Perioden zeichnen sich durch eine besondere Empfänglichkeit aus. Demnach umfassen sie Zeiten, in denen sich Kinder besonders intensiv für verschiedene Dinge und Sachverhalte interessieren. Durch dieses Interesse können sie neue Inhalte schneller und einfacher erlernen.

Die sensiblen Phasen basieren auf der Kenntnis, dass jedes Kind über einen Geist verfügt, durch den es den natürlichen Willen hat, neues Wissen zu erlernen und sich von der Abhängigkeit zum Erwachsenen zu lösen. Das Interesse, das Jungen und Mädchen in sensiblen Phasen zu erkennen geben, kann unterschiedlich sein und wird durch den individuellen Entwicklungsstand des Kindes beeinflusst. In der heutigen Montessori-Pädagogik wird aus diesem Grund zwischen mehreren sensiblen Phasen unterschieden. Neben der für Sprache handelt es sich um die sensiblen Phasen für Ordnung, für die Sinne und die Persönlichkeit. Die Dauer, die eine sensible Phase umfasst, kann mehrere Wochen, aber auch nur wenige Tage betragen.

veröffentlicht: Mai 4th, 2010

Polarisation der Aufmerksamkeit

Die 1870 in Chiaravalle (Italien) geborene Maria Montessori führte in die Pädagogik den Begriff der „Polarisation der Aufmerksamkeit“ ein, welcher die Versenkung eines Menschen, hier speziell des Kindes, in einer Tätigkeit beschreibt.

Bei Erwachsenen ist das sogenannte „Montessori-Phänomen“ zum Beispiel beim Lesen eines Buches, dem Spielen von Instrumenten oder der Ausübung einer handwerklichen Tätigkeit zu beobachten. Bei Kindern tritt dieses Phänomen natürlich bei dem Alter und den Interessen des Kindes entsprechenden Beschäftigungen auf, wie dem Zeichnen und Malen. Merkmale der Polarisation der Aufmerksamkeit sind die vollkommene Abschaltung anderer Reize und Umwelteinflüsse, was mit einer Zeitvergessenheit einhergeht und zur Folge hat, dass sich ein Kind, welches eher unter dem Verdacht steht nur eine kurze Aufmerksamkeitsspanne zu haben, über erstaunlich lange Zeiten mit ein und demselben Inhalt beschäftigt. Ein signifikantes Merkmal ist die starke Vernachlässigung körperlicher Bedürfnisse. Ermüdung und Hunger oder Durst etwa werden praktisch nicht mehr wahrgenommen, so stark ist die Fixierung auf die ausgeübte Beschäftigung.

Diese Fixierung und Beschäftigung kann genutzt und gefördert werden. Die Montessori-Pädagogik bemerkt über die Materialien sehr schnell eine solche Polarisation der Aufmerksamkeit. Dabei beschäftigen sich die Kinder öfter mit einem bestimmten material in der Freiarbeit. Hier bekommen die Kinder Zeit, sich freier zu entfalten und unterschiedliche Fähigkeiten an sich zu entdecken.

veröffentlicht: März 26th, 2008

Vorteile der Freiarbeit

Freiarbeit bedeutet bei Montessori nichts anderes als, dass das Kind aus einem vorgegebenen Angebot frei wählen kann, was es lernen möchte.

Innerhalb einer vorbereiteten Umgebung wählen die Kinder also ihren Lerngegenstand, bestimmen Lerndauer und –tempo, den Schwierigkeitsgrad und gegebenenfalls den Lernpartner. Es wird erwartet, dass die gewählte Aufgabe bearbeitet und nicht unüberlegt, grundlos beendet wird.

Die Kinder sind aber in der Freiarbeit keinesfalls sich selbst überlassen. Sie werden dazu ermuntert, die Zeit der freien Arbeit für ihre persönliche Entwicklung in verantwortlicher Weise zu nutzen.

Die Lehrer nehmen dabei eine helfende, anregende und beratende Rolle ein. Außerdem kommt ihnen in der pädagogischen Gestaltung der vorbereiteten Umgebung eine wesentliche Aufgabe zu, denn auf diese Art erfolgt unter anderem ihre Erziehungs- und Lehrtätigkeit.

Nur in der freien Wahl kann nach Maria Montessori das Kind sein Wesen und seine Interessen, seine Begabung und Kreativität offenbaren, sich selbst erkennen und entwickeln. Die Freiarbeit ist also eine gute Möglichkeit die Selbständigkeit des Kindes zu fördern. So kann es durch eigenes Erleben und Ausprobieren Erfahrungen sammeln.

veröffentlicht: Dezember 9th, 2007

Freiarbeitsmaterial selbst erstellen

Wie erstelle ich ein eigenes Freiarbeitsmaterial

Das klassische Montessori-Material gehört zur Grundausstattung in jeder (Montessori-)Einrichtung.
Darüber hinaus müssen den Kindern aber auch neu entwickelte Arbeitsmaterialien zur verfügung stehen, die den veränderten Bedingungen der modernen Zeit Rechnung tragen.

Beim Entwickeln eines Freiarbeitsmaterials sind verschiedene Punkte zu beachten:

Inhalt:

1.Themengebiet wählen
Zu welchem Thema benötige ich ein Material?
Wie ausführlich soll der Informationsgehalt des Materials sein?

2.Mehrere Fachbücher / Informationen zum gewählten Thema besorgen
(Buchhandel / Leihbücherei / Internet…)

3.Leichte Handhabung bzw. Verständlichkeit
Der Umgang mit dem Material muss für das Kind leicht verständlich sein
Problemlose Erfolgskontrolle / Selbstkontrolle (muss ohne Hilfe möglich sein)

4.Isolierte Lerninhalte
Nicht zu viele unterschiedliche Lerninhalte in ein Material packen

Die äußere Form:

1.Die Materialform wählen
Memory, Anlegspiel, Domino, Textkarten…

2.Hoher Aufforderungscharakte
Das erstellte Material muss einen hohen Aufforderungscharakter besitzen
(interessant gestaltet, ansprechende Farben, in schöner Schachtel / Dose, kleine zum Thema passende Figuren…)

3. Stabilität und Langlebigkeit