Archiv für Juni, 2010


veröffentlicht: Juni 16th, 2010

Montessori Kosmische Erziehung

Die kosmische Erziehung Maria Montessoris fußt auf der bereits bei den antiken Griechen begründeten Überzeugung, der Mensch sei ein Mikrokosmos im Makrokosmos, ein kleiner Teil im großen Ganzen.

Dieser bildungstheoretische Ansatz Montessoris bildet eine Grundlage ihrer Pädagogik und damit auch für den Schulunterricht an Montessori-Einrichtungen. Er geht von der Überzeugung aus, dass der Mensch durch die Gabe des Intellektes seine Position und seine Aufgabe im Kosmos Erkennen und beeinflussen kann, was ihn existenziell vom Tier unterscheidet. Damit verbunden ist die Vermittlung der Übernahme voller Verantwortlichkeit für die eigenen Handlungen sowie für die Welt, in der diese Handlungen Wirkung entfalten. Nach Montessori dienen alle Wechselbeziehungen, die der Mensch eingeht, der Erfüllung eines kosmischen Planes. Die Begründung dieses universellen Planes greift auf religiöse Motive zurück, nötigt die Kinder jedoch nicht zur Annahme dieser. Dies widerspräche dem Grundsatz der Erziehung zur Selbstständigkeit, der einen sehr hohen Stellenwert in der Montessori-Pädagogik hat. Teil der kosmischen Erziehung ist die Überzeugung, dass der Mensch die Natur kultivieren soll, ohne auf Kosten anderer Lebewesen oder gar des gesamten Lebensraumes Profit zu schlagen. Die Aufforderung, eine Kultur zum Wohle der Menschheit, zum Wohle des gesamten Lebensraumes zu schaffen ist das fundamentale Anliegen der Montessori-Pädagogik.

Auch wenn der Mensch als Teil einer universellen Einheit dargestellt wird, bildet die besondere Stellung in der Schöpfung, die der Mensch durch seine Begabung zur Vernunft einnimmt, die Kernüberzeugung der kosmischen Erziehung.

veröffentlicht: Juni 8th, 2010

Sensible Phasen nach Maria Montessori

Durch Individualität und die Betrachtung des Menschen als Teil eines Ganzen konnte sich die Pädagogik von Maria Montessori von bisherigen Erziehungsformen absetzen. Ein wichtiger Bestandteil der bis heute weit verbreiteten Montessori-Pädagogik sind die sensiblen Phasen. Maria Montessori erkannte während ihrer praktischen Arbeit mit Kindern, die bereits im Casa dei Bambini in Rom begann, die sensiblen Phasen bei Jungen und Mädchen. Diese Perioden zeichnen sich durch eine besondere Empfänglichkeit aus. Demnach umfassen sie Zeiten, in denen sich Kinder besonders intensiv für verschiedene Dinge und Sachverhalte interessieren. Durch dieses Interesse können sie neue Inhalte schneller und einfacher erlernen.

Die sensiblen Phasen basieren auf der Kenntnis, dass jedes Kind über einen Geist verfügt, durch den es den natürlichen Willen hat, neues Wissen zu erlernen und sich von der Abhängigkeit zum Erwachsenen zu lösen. Das Interesse, das Jungen und Mädchen in sensiblen Phasen zu erkennen geben, kann unterschiedlich sein und wird durch den individuellen Entwicklungsstand des Kindes beeinflusst. In der heutigen Montessori-Pädagogik wird aus diesem Grund zwischen mehreren sensiblen Phasen unterschieden. Neben der für Sprache handelt es sich um die sensiblen Phasen für Ordnung, für die Sinne und die Persönlichkeit. Die Dauer, die eine sensible Phase umfasst, kann mehrere Wochen, aber auch nur wenige Tage betragen.